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Traumapädagogische Wohngruppe für Mädchen*

Traumazentrierte Wohngruppe - pro liberis

Traumazentrierte therapeutische Intensivgruppe

Platzzahl:

Die Traumapädagogische Wohngruppe für Mädchen* verfügt über insgesamt 4 Plätze, die gemäß der u.a. Rechtsgrundlagen belegt werden können.

Die geringe Platzzahl der Gruppe ermöglicht, die für das traumapädagogische Konzept relevante Beziehungsarbeit. Zudem gibt die kleine Gruppe Raum für individuelle Entwicklungsräume der Klientinnen.

Altersspanne:

Das Aufnahmealter beträgt 6 bis 12 Jahre. Die Aufnahme erfolgt in diesem Altersbereich mit der Perspektive, dass die Mädchen*, sofern dies ihrem individuellen Entwicklungsverlauf und Hilfebedarf entspricht, bis zur Verselbstständigung in der Wohngruppe leben können.

Rechtsgrundlagen:

§ 34 SGB VIII                    Heimerziehung, sonstige betreute Wohnform

§35a SGB VIII                   Eingliederungshilfe für Kinder- und Jugendliche mit seelischer Behinderung

§41 SGB VIII                     Hilfe für junge Volljährige

Leitung: Jantje Saathoff


E-Mail: jantje.saathoff@pro-liberis.de
Tel 04405 48 28 98 070                
Fax 04405 48 28 98 019

E-Mail: traumapaedagogische-wohngruppe@pro-liberis.de

Aufnahmekriterien

Zu den Aufnahmekriterien zählen u.a. bereits diagnostizierte Störungsbilder, die im Kontext früherer Belastungs- und Traumatisierungserfahrungen zu verstehen sind. Darunter fallen die klinisch einzuordnenden Störungen nach dem ICD 10:

  • Posttraumatische Belastungsstörung (F43.1)
  • Anpassungsstörungen (F43.2)
  • Andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (F62.0)
  • Reaktive Bindungsstörung des Kindesalters (F94.1)
  • Bindungsstörung mit Enthemmung (F94.2)
  • Emotional instabile Persönlichkeitsstörung, insbesondere Borderline-Typ (F60.31)
  • Depressive Episoden und rezidivierende depressive Störungen (F32.- / F33.-)
  • Bipolare affektive Störungen (F31.-)
  • Angststörungen (F40.- / F41.-)
  • Somatoforme Störungen und psychosomatische Erkrankungen (F45.- / F54)
  • Essstörungen (F50.-), ausgenommen akut behandlungsbedürftige Anorexia nervosa
  • Hyperkinetische Störungen / Aufmerksamkeitsdefizitstörung (F90.-)
  • Störungen des Sozialverhaltens sowie kombinierte Störungen des Sozialverhaltens und der Emotionen (F91.- / F92.-)
  • Dissoziative Störungen (F44.-)

Die zuvor aufgeführten Diagnosen beschreiben das klinische Störungsbild von Klientinnen, bilden jedoch häufig nicht vollständig die zugrunde liegenden Belastungs- und Entstehungskontexte ab.

Ausschlusskriterien

Ausschlusskriterien für eine Aufnahme in die Traumapädagogische Wohngruppe für Mädchen* sind folgende:

·        Fremdgefährdung; Massive Gewaltausübung und Grenzverletzungen (z.B. sexualisierte Übergriffigkeiten)

·        Geistige Behinderungen/ Schwere kognitive Einschränkungen

·        Körperliche Behinderungen/ Dauerhafte körperliche Einschränkungen (Wohnhaus nicht barrierefrei)

·        Akute Anorexie

·        Akuter Substanzkonsum

·        Akute Selbstgefährdung und Suizidalität

·        Diagnostizierte Dissoziative Identitätsstörungen

·        Regelmäßige Schulvermeidung bzw. Schulabsentismus

·        Fehlende Motivation zur Mitwirkung

·        Männliche Identität

 

Da die Problemlagen der Klientinnen* im Bereich von Traumata komplex und vielfältig sein können, entscheidet neben den bereits bekannten Bewältigungsstrategien über die Aufnahme in die traumapädagogische Wohngruppe in starkem Maße die Bereitschaft zur Mitwirkung. Diese ist Voraussetzung für die Aufnahme in die Gruppe und wird bereits in der Phase des Kennenlernens erfragt und ggf. erarbeitet.

Benennung der Zielgruppe

In die Wohngruppe werden Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren aufgenommen, die aufgrund belastender und traumatischer Erfahrungen einen geschützten und stabilisierenden Lebensort benötigen. Das Angebot richtet sich dabei an Mädchen*. Aufgenommen werden Kinder, deren bisherige Bindungs- und Beziehungserfahrungen nicht ausreichend tragfähig oder verlässlich waren. Sie benötigen eine enge traumapädagogische Begleitung, die insbesondere auf Sicherheit, Beziehungsaufbau, Partizipation, Selbstwirksamkeit und die Stärkung vorhandener Ressourcen ausgerichtet ist.

Zur Zielgruppe gehören Mädchen*, die Vernachlässigung, unterschiedliche Formen von Gewalt oder andere belastende und überwältigende Erfahrungen gemacht haben. Die daraus entwickelten Überlebensstrategien zeigen sich im Alltag häufig in Form von Einschränkungen in der Selbstregulation, in starken emotionalen Schwankungen oder in Schwierigkeiten in der sozialen Teilhabe.

Traumapädagogisch formulierte Belastungskontexte
  • Entwicklungstraumatisierung / Entwicklungstraumafolgestörungen
  • Komplexe Traumafolgestörungen
  • Frühkindliche Traumatisierung
  • Bindungs- und Beziehungstraumatisierungen
  • Zustand erhöhter innerer Anspannung mit z. B. Unruhe, Impulsivität, aggressivem Verhalten, Angst oder erhöhter Wachsamkeit
  • Ausgeprägte Störungen der Emotionsregulation (z. B. emotionale Instabilität)
  • Dissoziative Zustände im Alltag: Vorübergehende Abspaltung von Wahrnehmung, Emotion oder Erinnerung als Schutzmechanismus bei Überforderung, oftmals verbunden mit Ohnmachtsanfällen
  • Dysregulation des Stressverarbeitungssystems (z. B. HyperarrousalàÜbererregung)
  • Traumabedingtes Vermeidungsverhalten
  • Triggerreaktionen: Intrusionen, Flashbacks
  • Beeinträchtigungen der Selbstwahrnehmung (z. B. negatives Selbstkonzept, Scham- und Schuldthematiken)
  • Auffälligkeiten im Bindungs- und Beziehungsverhalten (z. B. Bindungsunsicherheit, Bindungsdesorganisation, schwankende Nähe-Distanz-Regulation)
  • Nicht-suizidales selbstverletzendes Verhalten (NSSV)
  • Negatives Selbstkonzept (z. B. Scham-, Schuld- und Minderwertigkeitsgefühle)